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Kraftfelder

Carl Lohse. Die Bilder 1919/21
17. Juni – 21. Oktober 2018

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Furioser Querkopf

Ein Maler, der um 1920 ein fulminantes Œuvre schafft, als Hoffnungsträger gefeiert wird, seine Künstlerexistenz für Jahre gegen ein Leben als Straßenbahnschaffner eintauscht und bis heute als Geheimtipp gilt: Der Hamburger Carl Lohse (1895–1965) zählt zu den erstaunlichsten Querköpfen in der Kunst der Moderne.

Nach früher Förderung durch den Hamburger Kunsthallendirektor Alfred Lichtwark, nach Studium, Kriegsdienst und Gefangenschaft geht Lohse im Oktober 1919 nach Bischofswerda bei Dresden und erlebt einen wahren Schaffensrausch: In anderthalb Jahren entstehen rund 130 Gemälde, dazu Gipsplastiken und Zeichnungen.

Rasant dringt der junge Expressionist zu bemerkenswerter Eigenständigkeit vor. Er malt virtuos und vehement, zeigt ausgeprägtes Rhythmusgefühl und koloristischen Wagemut. Ungestüm experimentiert er mit unterschiedlichen Bildsprachen – und erreicht Wegweisendes. Kritiker sind begeistert, doch Lohse bricht radikal mit der Kunst und kehrt erst Jahre später zu ihr zurück. Die furiose Werkgruppe von 1919/21 bleibt ein faszinierender Solitär.

Kraftfelder. Carl Lohse. Die Bilder 1919/21 vereint fünfzig Hauptwerke von Carl Lohse aus bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen. Diese erste Einzelschau seit Jahrzehnten – zugleich Museumspremiere in Lohses Geburtsstadt Hamburg – lädt zu einer außergewöhnlichen Entdeckung ein.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Birgit Dalbajewa, Karsten Müller, Rudolf Probst und Ophelia Rehor im Sandstein Verlag Dresden (136 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen, gebunden).