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Zwischentöne. Otto Meyer-Amden wird 125

Werke aus Schweizer Sammlungen
14. Februar – 30. Mai 2010

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Schlüsselfigur der Moderne

Oskar Schlemmer und Ernst Ludwig Kirchner rühmten ihn, die Schweizer Kunstwelt preist ihn als Schlüsselfigur der Moderne: den Maler und Zeichner Otto Meyer-Amden (Bern 1885–1933 Zürich). In Deutschland ist sein subtiles Œuvre kaum bekannt, die letzte Einzelausstellung liegt vierzig Jahre zurück. Nun feiert das Ernst Barlach Haus den 125. Geburtstag des Künstlers mit der ersten Werkschau in Hamburg.

Zu sehen sind rund 70 Figurenbilder und Tagebuchblätter, Porträts, Stillleben und Landschaften. Im Zentrum stehen die »Internatsbilder«, in denen der ehemalige Waisenhauszögling Alltagsszenen zu existenziellen Sinnbildern verdichtet. Meyer-Amdens Kompositionen sind figürlich und abstrahierend zugleich, organisch und geometrisch, präzise und diffus, konkret und doch entrückt. Seine Bildsprache hält die Bedeutungen in einer Schwebe, die – so Meyer – »dem Kosmos und dem Viereck gerecht werden will«.

Otto Meyer-Amden<br />Selbstbildnis in Waisenhausuniform, um 1918/19<br />Kunstmuseum Basel, Foto: Martin P. Bühler
Otto Meyer-Amden
Selbstbildnis in Waisenhausuniform, um 1918/19
Kunstmuseum Basel, Foto: Martin P. Bühler

Die ausschließlich in Hamburg gezeigte Ausstellung wird maßgeblich durch Leihgaben aus dem Kunstmuseum Basel ermöglicht, dessen Kupferstichkabinett seit 2008 dank einer umfangreichen Schenkung aus dem Künstlernachlass über die weltweit größten Meyer-Amden-Bestände verfügt. Ergänzende Leihgaben kommen aus dem Aargauer Kunsthaus Aarau und aus Schweizer Privatsammlungen.

Zwischentöne steht unter der Schirmherrschaft des Schweizerischen Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Christian Blickenstorfer. Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit Texten von Anita Haldemann und Karsten Müller im Kerber Verlag (128 Seiten mit 80 Farbtafeln, Deutsch, gebunden).