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Spechte am Meisenknödel

Die Bildhauereiklasse von Elisabeth Wagner (Muthesius Kunsthochschule Kiel) stellt aus
28. März – 12. September 2021

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»Spechte
trommeln,
picken knurrend an die Wände.

Sie hämmern nicht an der Form,
um sie zu modellieren,
sondern weil sie hungrig sind.«

 

 

Premiere

Digitale Performance im Live-Stream aus dem gläsernen Atrium des Ernst Barlach Hauses

Im Rahmen der Ausstellung Spechte am Meisenknödel wurde eine audiovisuelle Performance aus dem Innenhof des Museums ausgestrahlt. Lisa Karnauke und Sanna Maier, beide teilnehmende Künstlerinnen der Ausstellung, und die Klangkünstler Sven Miesner und Christian Werner Sierra interpretieren und zitieren die ausgestellten Werke in einer modulierten und faszinierenden Form neu. Die Ausstellung Spechte am Meisenknödel wird so selbst zum künstlerischen Ausgangsmaterial.

Die Ausstrahlung ist auf dem YouTube-Kanal oder den Facebook-Account des Ernst Barlach Hauses zu finden.

Blick in die Ausstellung

DENDROCOPS MAJOR

Sind Spechte die Bildhauer unter den Vögeln? Die Künstlerin Elisabeth Wagner, Professorin an der Muthesius Kunsthochschule Kiel, hat mit ihrer Bildhauereiklasse Kurs auf den Jenischpark genommen und beim Ernst Barlach Haus angeklopft.

Nachdem Anfang 2020 Studierende der Kunstgeschichte unser Museum mit der Barlach-Jubiläumsausstellung »Werden, das ist die Losung!« bespielt haben, schlägt nun die Stunde der jungen Künstlerinnen und Künstler. Sie präsentieren neue, teils eigens für diesen Ort geschaffene Einzel- und Gruppenarbeiten.

Zwischen Aquarellmalerei und Zementskulptur, Audiotapes und Zimmerpflanzen steckt der Parcours ein weites Feld heutiger Bildhauerei ab: ideenreich, überraschend und gewitzt, materialbetont und mit Sinn für Übersinnliches – Kontaktaufnahmen mit Barlach nicht ausgeschlossen!

Seinen Anfang nahm das Projekt Spechte am Meisenknödel als Beitrag zu einem Jubiläumsprogramm im Jahr 2020: Zum 150. Geburtstag seines »Hauskünstlers« wünschte sich das Ernst Barlach Haus einen doppelt frischen Blick auf den expressionistischen Altmeister und die Institution »Künstlermuseum«. Studierende der Kunstgeschichte an der Universität Hamburg sollten die Barlach-Schau »Werden, das ist die Losung!« kuratieren, Studierende der Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel das Museum wenige Monate später mit eigenen Werken bespielen. Während »Werden, das ist die Losung!« bis März 2020 mit großem Erfolg gezeigt werden konnte, brachte Corona eine Zwangspause für die Spechte. Nun sind sie voller Elan an den Start gegangen. Dabei ist der bereits 2019 gewählte Ausstellungstitel Spechte am Meisenknödel nicht nur in seiner witzig paradoxen Zusammenführung verschiedener Sphären und seinem Gestus beherzter Vereinnahmung Programm, sondern auch in seiner (durch Corona gesteigerten) Dringlichkeit: Es geht um den Hunger nach Kultur, um Kunst als Lebensmittel und Energiequelle.

 

Gamze Arslan, Lisa Friedrichs-Dachale, Nikolai Renée Goldmann, Ana Gomez, Nikola Hausen und Benedikt Lübcke: Ostfries / Nordfries (Detail: Ostfries), 2021
Gamze Arslan, Lisa Friedrichs-Dachale, Nikolai Renée Goldmann, Ana Gomez, Nikola Hausen und Benedikt Lübcke: Ostfries / Nordfries (Detail: Ostfries), 2021

Experimentierlust im Umgang mit Material und Raum, neugieriges Suchen und freudiges Finden setzen den Grundton der Spechte-Schau. Das Umfeld dafür ist aufgeladen. Dank seiner präzise in den Jenischpark komponierten Architektur von Werner Kallmorgen ist das Ernst Barlach Haus selbst schon ein Objekt mit starken skulpturalen Qualitäten, in dem sich Entschiedenheit im bildhauerischen Denken und Machen auszahlt. Und mit dem »Hauskünstler« Ernst Barlach, einem der bedeutenden Bildhauer des vorigen Jahrhunderts, steht ein gewichtiger Sparringspartner im Ring und verweist auf den weiten Echoraum künstlerischer Traditionen und kunsthistorischer Bezüge, in dem sich junge Kunst heute positionieren muss.

Zu sehen sind Werke von Gamze Arslan, Nora Berndt, Leandra Bigale, Melina Bigale, Hannah Bohnen, Côme Ferrasse, Lisa Friedrichs-Dachale, Nikolai Renée Goldmann, Ana Gomez, Nikola Hausen, Max Holzer, Annemarie Jessen, Lisa Karnauke, Benedikt Lübcke, Sanna Maier, Lilian Nachtigall, Anne Nitzpan, Fidelia Schäftlein, Sander Wolfgang Schaper, Constantin Schröder, Oskar Schroeder, Regine Schulz, Larah Stieper, Alina Studt, Elisabeth Wagner und Marissa Wittenhagen.

Ein Katalog, der die Ausstellung umfassend dokumentiert, erscheint Anfang Mai:

SPECHTE AM MEISENKNÖDEL

Hrsg. von Karsten Müller (Ernst Barlach Haus Hamburg) und Elisabeth Wagner (Muthesius Kunsthochschule Kiel), mit Fotografie von Manfred Wigger und Texten von Karsten Müller, Elisabeth Wagner, Peggy Schoenegge und den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Gestaltung: Káschem Büro (Insa Kühlcke-Schmoldt & Nina Massow), 104 Seiten mit 70 Farbabbildungen, Softcover, Kiel 2021, 22 € (Studierende 19 €)

 

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Gamze Arslan, Lisa Friedrichs-Dachale, Nikolai Renée Goldmann, Ana Gomez, Nikola Hausen und Benedikt Lübcke: Ostfries / Nordfries (Detail: Nordfries), 2021
Gamze Arslan, Lisa Friedrichs-Dachale, Nikolai Renée Goldmann, Ana Gomez, Nikola Hausen und Benedikt Lübcke: Ostfries / Nordfries (Detail: Nordfries), 2021

Veranstaltungen
in der Ausstellung

(unter Vorbehalt)

 

 

KURATORENFÜHRUNGEN / KÜNSTLERGESPRÄCHE

Dienstag, 8. Juni, 6. Juli, 3. August und 7. September 2021, jeweils 18 Uhr

 

OBSESSION

Konzertperformance mit Philipp Bohnen (Berliner Philharmoniker)

Sonntag, 13. und 20. Juni 2021, jeweils 13, 14 und 15 Uhr

vor dem Werk Obsession von Hannah Bohnen.

Weitere Termine sind in Planung.

 

Digital

 

SPECHTE (REMIX)

Audiovisuelle Performance von Lisa Karnauke und Sanna Maier

mit Sven Miesner und Christian Werner Sierra

Freitag, 23. April 2021 um 20 Uhr

Livestream aus dem Innenhof des Ernst Barlach Hauses

über diese Webseite oder YouTube

Moderation: Janina Trienekens