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Schwerelos

Günter Haese
Raumplastiken aus Draht
26. Juni – 16. Oktober 2022

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Filigrane Wunschmaschinen

Nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie entdeckte Günter Haese (1924–2016) Messingdraht, Phosphorbronze und Federstahl, Uhrenrädchen, Spiralfedern und Fournituren als bildhauerisches Material für sich. Mit den filigranen Raumplastiken, die daraus entstanden, gewann Haese Anfang der 1960er Jahre rasch internationale Anerkennung: 1963 erhielt er den Kunstpreis Junger Westen, 1964 folgten Einladungen zur Documenta 3 und zu einer Einzelausstellung im New Yorker Museum of Modern Art.

In ihrer poetischen Zartheit und eigenwilligen Anmut sind Haeses Schöpfungen äußerst reizvolle Gebilde. Sie verbinden die konstruktive Präzision technischer Apparaturen mit den individuellen Wuchsformen natürlicher Organismen; jeder Lufthauch versetzt sie in leise Schwingung.

Die in enger Zusammenarbeit mit dem Museum Lothar Fischer in Neumarkt in der Oberpfalz und dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl konzipierte Ausstellung versammelt rund 25 Werke aus dem Nachlass des Künstlers, ergänzt um Arbeiten aus zwei Hamburger Sammlungen. Neben plastischen Werken sind auch frühe Monotypien zu sehen, in denen Haese seine »Raumzeichnungen« vorbereitete.

 

»Mir geht es nicht um Volumina oder Masse, sondern um das Ausbalancieren von Schwere und Leichtigkeit, von Verdichtung und Durchlässigkeit der Materialien. Es ist der Versuch, zeichnerische Momente in den Raum zu übersetzen.«

Günter Haese, 2014
Günter Haese 2016; Foto: Günter Haese jun.
Günter Haese 2016; Foto: Günter Haese jun.