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Forschen und Wissen


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Unser Museum betreibt und unterstützt Forschungen zu verschiedensten Aspekten rund um Ernst Barlach und seine Zeit. Derzeit beschäftigen uns folgende Projekte:

 

 

Briefedition »Barlach 2020«

Das Jubiläumsprojekt: Vierbändige Neuausgabe im Suhrkamp Verlag zum 150. Geburtstag Ernst Barlachs am 2. Januar 2020

Nahezu täglich korrespondierte Ernst Barlach mit Verwandten und Freunden, mit Bekannten, Unbekannten und unterschiedlichsten Geistesgrößen seiner Zeit. Seine Briefe machen die ganze Persönlichkeit dieses außergewöhnlichen Form- und Wortbildners sichtbar. Das Themenfeld reicht von frühen Beobachtungen des Kunststudenten über Auseinandersetzungen des Sezessionskünstlers mit Kollegen, Streitschriften des Dramatikers und politische Stellungnahmen des Oppositionellen bis hin zu grotesk-humoristischen Schilderungen des Zeitzeugen. Barlach ist in seinen Briefen ein amüsanter Erzähler, messerscharfer Beobachter und unverstellter Kommentator seiner Zeit. So frei, so humor- und fantasievoll zeigt er sich in keiner anderen Quelle.

Die kritische Neuausgabe der Briefe zielt darauf ab, der Einschätzung des Werks und der Persönlichkeit Barlachs eine neue Grundlage zu geben. Darüber hinaus sind die Briefe ein bedeutendes Zeugnis der Zeit – als grundlegendes Quellenmaterial zur Einschätzung der künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Situation Deutschlands in der Zeitspanne von 1888 bis 1938, also von Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Diktatur.

Geplant ist eine vollständige, kommentierte Ausgabe, die auf wissenschaftlich abgesicherte Verständlichkeit und Leserfreundlichkeit setzt. Dazu wurden rund 2.100 Briefe, Postkarten und Telegramme aus mehr als 80 Archiven, Museen und Privatnachlässen zusammengetragen und ediert. Rund 500 Schriftstücke werden erstmals veröffentlicht.

Die Briefedition »Barlach 2020« ist ein gemeinsames Projekt des Ernst Barlach Hauses und der Ernst Barlach Stiftung Güstrow. Es wird von der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG und dem Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert und ist am Institut für Germanistik / Uwe Johnson-Professur an der Universität Rostock angesiedelt.

»Getönte Überzüge«

Womit und warum behandelte Barlach seine Holzskulpturen?

Holz war Barlachs bevorzugtes bildhauerisches Medium, doch hat der Künstler die meisten seiner Holzskulpturen nach ihrer Vollendung mit einem Anstrich versehen, der den Charakter des Materials mitunter deutlich verändert – so erwecken manche Werke sogar den Eindruck, aus getriebenem Metall zu bestehen.

Bislang sprechen wir in unserem Bestandskatalog allgemein von »getönten Überzügen«. Doch welche Substanzen hat Barlach verwendet, warum tat er es, und wie beeinflussen die Überzüge die Wirkung seiner Werke? Diesen Fragen möchten wir im Rahmen eines Projekts nachgehen, das die Holzskulpturen unserer Sammlung kunsttechnologisch und -historisch genauer unter die Lupe nimmt.

Ziel ist eine Publikation zum Jubiläumsjahr 2020, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit fotografischen Neuaufnahmen der wichtigsten Barlach-Hölzer verbindet.

Ernst Barlach: Der Berserker (Detail), 1910, Nussbaum mit getöntem Überzug
Ernst Barlach: Der Berserker (Detail), 1910, Nussbaum mit getöntem Überzug

Literatur

Sie suchen weiterführende Informationen zu Barlachs Werk und seiner Erforschung?

Aktuell in unserem Museumsshop verfügbare Publikationen zu Ernst Barlach finden Sie hier.

Ausführliche bibliografische Informationen bieten:

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Landesbibliografie Mecklenburg-Vorpommern

Online Bibliography of Secondary Literature

 

 

 

Hintergrundbild: Ernst Barlach, Die Sterndeuter, 1909, Feder und Pinsel über Kohle auf Bütten, Ernst Barlach Haus Hamburg