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Hermann-Hinrich Reemtsma

30. April 1935 – 29. September 2020

Hermann-Hinrich Reemtsma hat die Geschicke des Ernst Barlach Hauses von Anfang an gestaltet und geprägt. 1961 übernahm er den Vorstandsvorsitz der ein Jahr zuvor von seinem Vater gegründeten Stiftung, den er 52 Jahre innehatte, danach war er Ehrenvorsitzender.

Das Ernst Barlach Haus und das Werk Ernst Barlachs waren ihm Herzensanliegen. Er baute die Kunstsammlung erheblich aus, unterstützte den Betrieb mit regelmäßigen Zuwendungen, auch durch die von ihm gegründete HERMANN REEMTSMA STIFTUNG. Er begleitete die Museumsarbeit mit großer Leidenschaft, Aufgeschlossenheit und Freude.

In seinem Sinne wollen wir das Ernst Barlach Haus fortführen.

Der Kaufmann, Landwirt und Stifter Hermann-Hinrich Reemtsma starb am 29. September 2020 mit 85 Jahren in Hamburg. Hermann-Hinrich Reemtsma, der 1988 die nach seinem Vater benannte HERMANN REEMTSMA STIFTUNG ins Leben rief, war auf vielen Gebieten mäzenatisch tätig. Er unterstützte kulturelle und soziale Vorhaben in Hamburg, Nord- und Ostdeutschland.

Hermann-Hinrich Reemtsma wurde am 30. April 1935 als viertes Kind des Zigarettenfabrikanten Hermann F. Reemtsma und seiner Frau Hanna in Altona geboren. Er wuchs in Altona und auf dem familieneigenen Hof bei Salzhausen auf. Nach dem Abitur am Internat Louisenlund und einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete Hermann-Hinrich Reemtsma zunächst einige Jahre in der operativen Führung des Zigaretten-Unternehmens, eher er die Rolle als Gesellschafter und Aufsichtsrat einnahm. Seit Mitte der 1960er Jahre war er als Landwirt vor allem in der Lüneburger Heide und in Ostengland tätig.

Hermann-Hinrich Reemtsma führte jeweils über 50 Jahre die Geschicke des von seinem Vater gegründeten Museums Ernst Barlach Haus im Hamburger Jenischpark und der Senioren- und Pflegeeinrichtung Stiftung Hanna Reemtsma Haus in Hamburg-Rissen, die seine Mutter ins Leben gerufen hatte.

Mit der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützte Hermann-Hinrich Reemtsma unter anderem den Wiederaufbau des Belvedere in Potsdam, die Restaurierung der barocken Stellwagen-Orgel in der Marienkirche in Stralsund, den Aufbau des Dreikönigshospizes in Neubrandenburg, die Erweiterung des Israelitischen Krankenhauses in Hamburg und zuletzt die Neuausrichtung des Warburg Institutes in London. Auch die Hamburger Museen waren in seinem besonderen Fokus, seit 1978 war Hermann-Hinrich Reemtsma größter Mittelgeber und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen. Ein Herzensanliegen war ihm die Unterstützung der jüdischen Gemeinden. Er förderte die Erforschung des Jüdischen Friedhofs in Altona, die Herrichtung der ehemaligen Talmud Tora Schule in Hamburg, die Sanierung der Synagoge Hohe Weide, aber auch die Sanierung des historischen Rabbinerhauses in Schwerin, das Jüdische Museum in Rendsburg oder den Neubau der Synagoge in Dessau. Hermann-Hinrich Reemtsma gehörte zu den ersten Großspendern zum Bau der Hamburger Elbphilharmonie.

Für sein mäzenatisches Wirken erhielt Hermann-Hinrich Reemtsma Ehrungen und Auszeichnungen:

2000 Gustav Schiefler Medaille der Lichtwark-Gesellschaft Hamburg e.V.

2004 Salomon-Heine-Plakette des Heine-Haus e.V.

2007 Karl-Friedrich-Schinkel-Ring des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz

2007 Herbert-Weichmann-Medaille der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und der Stiftung Jüdisches Leben

2013 Ehrenbürger der Hansestadt Stralsund

2014 Chateauneuf-Medaille des Architekten- und Ingenieurvereins Hamburg e.V.

2016 Maecenas-Ehrung des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI