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GEORGES ADÉAGBO

»À l’école de Ernest Barlach, le sculpteur«
Hommage zum 80. Geburtstag
30. Oktober 2022 – 19. Februar 2023

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Transfer und Transformation

Seit Jahrzehnten pendelt der 1942 geborene Georges Adéagbo zwischen Cotonou (Benin), Hamburg und Ausstellungsorten auf der ganzen Welt. In den 1990er Jahren wurde die europäische Kunstwelt auf ihn aufmerksam, heute zählt er zu den bedeutendsten und bekanntesten Künstlern aus Afrika.

Georges Adéagbo im LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster, 2021; Foto: LWL-MKuK/Hanna Neander
Georges Adéagbo im LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster, 2021; Foto: LWL-MKuK/Hanna Neander

Die Arbeiten von Georges Adéagbo sind raumgreifende, sich über Wände und Böden breitende Assemblagen. In ihnen treffen kunstgewerbliche Gegenstände auf Alltagsobjekte aus verschiedenen Kulturen, Fund- und Flohmarktstücke, Teppiche, Kleidung, Schallplatten, Plakate, Zeitungen, Bücher und selbst verfasste philosophische Texte. Jenseits westlich geprägter Ordnungsmuster und Wertehierarchien knüpft Adéagbo ein dichtes Beziehungsnetz der Dinge, Bilder und Gedanken. Ihr nicht-lineares, reich verästeltes Miteinander öffnet sich für ein assoziatives Betrachten, das zahllose Zusammenhänge stiften kann.

Dabei sind Adéagbos Arbeiten so persönlich wie politisch. In ihren stets auf den jeweiligen Ausstellungsort bezogenen Arrangements verschränken sie die eigene Geschichte mit gesellschaftspolitischen Themen und Ereignissen von globaler Relevanz. Dem Wissen um weltweite Konflikte setzt Adéagbo eine Utopie universeller Verbundenheit entgegen, die sich in seinem grenzüberschreitenden Leben und Arbeiten spiegelt: Sein interkultureller Transfer ermöglicht die Transformation von Wertigkeit, Bedeutung und Ideen.

In den letzten Jahren hat das Werk des Expressionisten Ernst Barlach (1870–1938) vielfältige Spuren im Schaffen Adéagbos hinterlassen – in Form von Bildbänden, Postkarten oder malerischen und plastischen »Übersetzungen«, mit denen Adéagbo Schildermaler und Kunsthandwerker in Benin beauftragt. Aus Anlass seines 80. Geburtstags haben wir Georges Adéagbo eingeladen, diesen Dialog zu vertiefen. Das Ergebnis ist ein Parcours, der die Sammlung des Ernst Barlach Hauses aktiv einbezieht und das Museum auf neue Wege bringt.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit Stephan Köhler, Kulturforum Süd-Nord e.V., Hamburg–Cotonou.