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Barlach in Bewegung


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Damit das Museum nicht zum Mausoleum wird

In Abstimmung mit unseren Wechselausstellungen bieten wir Ihnen immer wieder neue Präsentationen unserer hochkarätigen Barlach-Sammlung. Zugleich freuen wir uns, wenn Leihgaben aus unserem Museum andernorts gezeigt werden. Hier erfahren Sie, welche Werke wir derzeit verliehen haben und welche Sie in unserem Haus erwarten.

 

 

BARLACH AN BORD

Im Rahmen der aktuellen Schau Spechte am Meisenknödel treffen im letzten Ausstellungsraum Hauptwerke Ernst Barlachs auf die Arbeit Schach von Constantin Schröder:

Zwei lebensgroße Zwillingsfiguren stehen einander auf Leitersprossen gegenüber, in dunkle Müllbeutel gekleidet, die Köpfe und Hände mit Seilen bandagiert. Eine rätselhafte, offene Stimmung umgibt sie, die in der Schwebe lässt, ob Zwiegespräch die Figuren verbindet oder Zwietracht sie trennt.

Umringt sind Schröders Schach-Figuren von 13 Holzskulpturen Ernst Barlachs. In ihrer Mehrzahl waren sie zuletzt im Dresdner Albertinum ausgestellt, im Rahmen einer großen Retrospektive zum 150. Geburtstag des Künstlers. Die Auswahl umfasst Stücke aus allen Schaffensphasen, von einem frühen Gelegenheitswerk – dem für seinen Sohn Nikolaus zu Weihnachten 1908 geschnitzten Gruwelmann – bis zur späten Eichenholzfigur Die Flamme von 1934. Deren zweideutige, zwischen Akzeptanz und Abwehr changierende Handstellung führt in einer Geste das breite Spektrum menschlicher Regungen und Haltungen zusammen, das sich facettenreich in Barlachs – und Schröders – Figurenensembles widerspiegelt.

Folgende Holzskulpturen Ernst Barlachs sind derzeit ausgestellt:

  • Gruwelmann, 1908, Kiefer 
  • Der Berserker, 1910, Italienischer Nussbaum
  • Der Schwertzieher, 1911, Eiche 
  • Der Dorfgeiger, 1914, Eiche
  • Frierendes Mädchen, 1917, Mooreiche 
  • Moses, 1919, Eiche 
  • Verhüllte Bettlerin, 1919, Nussbaum 
  • Weinende Frau, 1923, Linde
  • Der Asket, 1925, Nussbaum 
  • Das Wiedersehen, 1926, Sapeli-Mahagoni  
  • Tot im Leben, 1926, Makassar 
  • Der Durstige, 1933, Mahagoni
  • Die Flamme, 1934, Eiche 


Außerdem finden Sie an der Museumsfassade die beiden überlebensgroßen Klinkerfiguren Der Sänger und Frau im Wind aus der Gemeinschaft der Heiligen (1931/32).

 

 

BARLACH AUF REISEN

Die Bronze Russische Bettlerin II von 1907 ist bis Ende August verliehen. Sie ist Teil der Ausstellung Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik im Georg Kolbe Museum Berlin (25. April – 29. August 2021).

Ausstellungsansicht »Der absolute Tanz«: Barlachs »Russische Bettlerin« (1907) neben einem Foto, das Tatjana Barbakoff bei ihrem »Russischen Tanz« zeigt (um 1932, Foto: Atelier Robertson, Privatbesitz)
Ausstellungsansicht »Der absolute Tanz«: Barlachs »Russische Bettlerin« (1907) neben einem Foto, das Tatjana Barbakoff bei ihrem »Russischen Tanz« zeigt (um 1932, Foto: Atelier Robertson, Privatbesitz)

Hintergrundbild: »Georg Winter. Heftiger Niederschlag, knapp daneben«, Ernst Barlach Haus 2011/12